Reiseveranstalter
Teil von Welche Buchungswerkzeuge decken Zahlung, Gastmeldung und Statistik im Tourismus ab?
Buchungssysteme für Reiseveranstalter und Vermittler verglichen
Buchungssysteme für Reiseveranstalter und Vermittler verglichen: Bewotec, Traveltainment, CS Touristik mit Funktionen, Zahlungsanbindungen und Monatspreisen 2025.
Das Wichtigste auf einen Blick
- Für Veranstalter und Vermittler sind drei Systemhäuser relevant: Bewotec, Traveltainment und CS Touristik.
- Keines der drei nennt Listenpreise, kalkuliert wird nach Nutzerzahl, Buchungsvolumen und Schnittstellen, Stand 2025.
- Selbstbuchungssysteme wie bookingkit, Regiondo und FareHarbor starten bei rund 39 bis 149 Euro pro Monat inklusive Mehrwertsteuer.
- Pflichtfunktionen sind Kontingente, Provisionsjournal, Anzahlung und Restzahlung sowie der Nachweis der Insolvenzabsicherung.
- Zahlungsanbindungen laufen über Stripe, PayPal, Mollie, Unzer, Adyen oder Computop.
Veranstaltersoftware und Vermittlersoftware: zwei Pflichtenhefte
Veranstaltersoftware verwaltet den Einkauf von Hotelnächten, Flügen und Transfers, führt Kontingente und Raten und erzeugt Reisebestätigungen. Kundengelder müssen gegen Insolvenz abgesichert werden, die Pflichten stehen in § 651k BGB. Das System muss Anzahlung und Restzahlung deshalb getrennt führen und Absicherungsnachweise dokumentieren.
Vermittlersoftware verkauft fremde Reiseleistungen und rechnet über Provisionen ab. Kernfunktionen sind Provisionssätze je Veranstalter, Abrechnungsjournale, Storno und Umbuchung. Die Abgrenzung zwischen Vermittlung und Veranstaltung regelt § 651c BGB. Wer beide Rollen ausübt, braucht getrennte Buchungskreise.
Vermittler benötigen zusätzlich eine Rolle je Veranstalter: Provisionssatz, Stornofrist und Zahlungsweg unterscheiden sich, ohne Zuordnung entstehen Fehlbuchungen im Journal.
Bewotec, Traveltainment und CS Touristik bedienen genau dieses Feld mit modularen Systemen: Buchungsmaske, CRM, Provisionswesen, Anbindung an Veranstalterinhalte und Schnittstellen zu Fremdsystemen. Ein Vergleich über Listenpreise ist daher nicht möglich, ein Vergleich über Funktionen und Angebotspositionen schon.
Anbieter, Modelle und Konditionen
Die Übersicht gibt den Stand der veröffentlichten Preislisten von 2025 wieder. Bei den drei Veranstalter- und Vermittlersystemen bleibt die Preisspalte leer, weil erst im Angebot kalkuliert wird. Angebote sind nur vergleichbar, wenn dieselben Positionen abgefragt werden: Preis je Arbeitsplatz und Monat, Einrichtungsgebühr, Gebühr je Buchung und Kosten für Zusatzschnittstellen.
| Anbieter | Zielgruppe | Veröffentlichte Preise | Im Angebot abfragen |
|---|---|---|---|
| Bewotec | Reisebüros, Vermittler, Veranstalter | keine, Kalkulation auf Anfrage | Nutzerstaffel, Buchungsgebühr, Provisionsjournal, Anbindung an Veranstalterinhalte |
| Traveltainment | Vermittler, Veranstalter mit Content-Bedarf | keine, Kalkulation auf Anfrage | Content-Abruf, Buchungsmaske, Provisionsabrechnung, API |
| CS Touristik | Veranstalter, Vermittler | keine, Kalkulation auf Anfrage | Kontingentführung, Anzahlungslogik, Nachweis zur Insolvenzabsicherung, Datenexport |
| bookingkit | Ausflüge, Gästeführungen | Abo ab rund 39 Euro pro Monat inkl. MwSt., dazu Provisionstarif | Teilnehmerlisten, Zahlungsanbindung, API |
| Regiondo | Aktivitäten, Ausflüge | Abo ab rund 49 Euro pro Monat inkl. MwSt. | Gutscheine, Kanalverwaltung, Zahlungsanbindung |
| FareHarbor | Erlebnisse, Ausflüge | keine Grundgebühr, Provision je Buchung | Provisionshöhe, Auszahlungsrhythmus, Anbindung |
Die Abo-Tarife der Selbstbuchungssysteme reichen von rund 39 bis 149 Euro pro Monat inklusive Mehrwertsteuer. Bei Veranstaltersystemen werden Einrichtung und laufende Lizenz individuell kalkuliert. Zur Einordnung von Digitalisierungsstand und Schnittstellen stellt die Mediathek von Bitkom Studien und Leitfäden zum Tourismus bereit.
Fünf Prüfkriterien für jedes Angebot
- Preis je Nutzer und Monat, Staffelung und Mindestlaufzeit, immer mit Mehrwertsteuer.
- Buchungsgebühr pro Vorgang, pro Teilnehmer oder pro Umsatzanteil.
- Provisionsjournal mit Export, Storno und Umbuchung.
- Fälligkeiten für Anzahlung und Restzahlung, Absicherungsnachweis, Auszahlungssperren.
- Gebühr je Transaktion, Haftung bei Zahlungsausfall, Behandlung von Rückbuchungen.
Zahlungsanbindungen und Schnittstellen
Zahlungen laufen über Stripe, PayPal, Mollie, Unzer, Adyen oder Computop, teils über mehrere Anbieter parallel. Technische und regulatorische Fragen der Kontoinformationen fasst die Informationen der Deutschen Bundesbank zum Zahlungsverkehr zusammen.
Drei Punkte gehören in jede Ausschreibung: Gebühr je Transaktion, Verhalten bei Rückbuchungen und Haftung bei Zahlungsausfall. Reiseveranstalter benötigen getrennte Fälligkeiten für Anzahlung und Restzahlung.
Bei Vermittlern kommen Fremdwährungen und Teilzahlungen hinzu. Jede Teilzahlung muss einem Vorgang zugeordnet und im Journal sichtbar sein, sonst entsteht manuelle Abstimmung in der Buchhaltung. Wer Kundengelder verwahrt, braucht getrennte Konten und eine klare Abstimmung mit dem Zahlungsdienstleister.
Rechenbeispiel: Monatskosten im Abo-Modell
Beispielrechnung für einen kleinen Veranstalter mit zwölf Buchungen und 20.000 Euro Umsatz im Monat, keine Angebotspreise:
- Abo: 49 Euro netto plus 19 Prozent Umsatzsteuer ergibt 58,31 Euro brutto.
- Provision: 1,5 Prozent auf 20.000 Euro Umsatz sind 300 Euro.
- Zahlungsgebühren: 3,99 Euro je Transaktion mal zwölf Buchungen ergibt 47,88 Euro.
- Summe: 58,31 Euro plus 300 Euro plus 47,88 Euro entspricht 406,19 Euro pro Monat.
Bei einem Tarif ohne Grundgebühr entfällt die erste Position, die Provision fällt höher aus.
Häufige Fragen
Was kostet ein Buchungssystem für Reiseveranstalter?
Systeme für Ausflüge und Gästeführungen starten bei rund 39 Euro pro Monat inklusive Mehrwertsteuer. Bewotec, Traveltainment und CS Touristik nennen keine Listenpreise, gerechnet wird nach Nutzerzahl, Buchungsvolumen und Schnittstellen.
Worin unterscheiden sich Veranstalter- und Vermittlersysteme?
Veranstaltersysteme führen Kontingente, Leistungseinkauf und Nachweise zur Insolvenzabsicherung. Vermittlersysteme bilden Provisionssätze, Journale und die Abgrenzung zwischen Vermittlung und Veranstaltung ab.
Welche Zahlungsdienste lassen sich anbinden?
Genannt werden Stripe, PayPal, Mollie, Unzer, Adyen und Computop. Entscheidend sind Gebühr je Transaktion, Rückbuchungsregeln und getrennte Fälligkeit von Anzahlung und Restzahlung.
Lohnt sich ein Tarif ohne Grundgebühr?
Bei wenigen Buchungen kann der Provisionstarif günstiger sein, bei hohem Volumen das Abo. Die Rechnung hängt an Provisionshöhe und Zahl der Transaktionen.
Wie lange dauert die Einführung?
Selbstbuchungssysteme laufen nach wenigen Tagen. Bei Veranstaltersystemen mit Kontingenten, Provisionssätzen und Anbindung an Altsysteme dauert die Einführung häufig mehrere Monate.